Das widersinnige Wertesystem von Lyoness

Lyoness präsentiert und schmückt sich gerne mit der „Lyoness Child & Family Foundation“ und „Lyoness Greenfinity Foundation“ – man zeigt sich als Unternehmen voll engagiert zum allgemeinen Wohl der Welt und vermittelt so den Eindruck eines verantwortlichen und „sauberen“ Unternehmens. Man fragt sich nur, ob das wirklich die „wahren“ Werte des Unternehmens sind, oder ob hier nur geschickt und bewußt die Marketingschiene „Nachhaltigkeit & soziale Verantwortung“ gefahren wird.

Die Lyoness Greenfinity Foundation (GFF) wurde 2011 als gemeinnützige Stiftung gegründet, die Maßnahmen zum effektiven Klimaschutz, zur Erhaltung von natürlichen Lebensräumen und zur Verringerung von Treibhausgasen in der Atmosphäre unterstützt.

Laut eigenen Angaben ist es für die Greenfinity sehr wichtig, dass Lyoness selbst einen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt leistet und auch interne Prozesse ökologisch verbessert werden.

Für uns ist es daher ad absurdum, dass sich Lyoness in Graz und in der Schweiz eine eigene Flugzeugflotte geleistet hat. Eine „Lyoness-Flotte“ mit Learjet, Diamond-Flugzeug, Cessna und Helikopter – über deren Anschaffungsgrund dann auch Herr Dr. Hubert Reif, Anwalt und Verwaltungsrat der Lyoness International AG, bei direkter Nachfrage nichts sagen kann.
Wie passt denn das Ziel „Verringerung der Treibhausgase“ mit dem ökologischen Fußabdruck einer eigenen Flugzeugflotte zusammen? Wir sagen gar nicht – hier werden die marketingtechnisch hübsch verpackten Unternehmenswerte vom Unternehmen nicht gelebt bzw. völlig gegenteilig ausgelebt.
(Kleine Anmerkung: Herr Dr. Reif ist übrigens auch der Vize-Präsident des Stiftungsrates und fährt privat einen auffallend goldfarbenen Porsche.)

Auch die Lyoness Child & Family Foundation, ein karitativer Verein mit Sitz in Graz, ist ja gut gemeint. Unter dem Leitsatz „Bildung. Chancen. Zukunft.“ setzt sich dieser Verein international und über kulturelle und ethnische Grenzen hinaus für bedürftige Kinder, Jugendliche und Familien ein. Da wird ein Fototermin mit Nelson Mandela vereinbart, ein hübsches Foto gemacht, für das dann bezahlt wird und schon läuft das „Gutmenschen“-Marketing bei Lyoness wieder an.

Vielleicht ist es auch ganz einfach so: Die „Lyonesen“, wie Herr Hubert Reif, gehen ganz bewußt mit dieser Zwiespältigkeit um – auf der einen Seite sind wir „gut“ und auf der anderen Seite „schlecht“, um vielleicht so ihr eigenes „spirituelles Gleichgewicht“ halten zu können und ihr Handeln vor sich selbst rechtfertigen zu können.

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