Lyoness und seine Gutscheine! Rechtlich und bilanziell unbedenklich? (english translation herinafter)

In jedem Loyalty-Programm (z.B. bei Miles&More) müssen für nicht monetäre Leistungen, wie das Sammeln von Punkten oder Bonusmeilen Rückstellungen gebildet werden, da diese Punkte, die die Konsumenten gesammelt haben, irgendwann eingelöst werden können. Lufthansa muss beispielsweise für seine Statuskunden, bei denen die Bonusmeilen nie verfallen, Milliarden Rückstellungen in den Bilanzen ausweisen.

Bei Lyoness hat man Mitgliedern bei den Anzahlungen auf 2.000 EUR Gutscheine in einer gewissen Höhe versprochen (je nach Spanne des Händlers). Alleine für diese 2.000 EUR ergeben sich demnach Gutscheinansprüche von Minimum ca. 10%, die auf alle Fälle hätten zurückgestellt werden müssen, selbst wenn keine Aufzahlung erfolgt. Gemessen am Versprechen von Lyoness, dass alles so einfach ist und ja alle shoppen, hätte Lyoness darüber hinaus sogar davon ausgehen müssen, dass ein hoher Prozentsatz der angezahlten Gutscheine tatsächlich zur Aussendung kommt. Dafür hätten Millionen an Gutscheinen oder Geldmittel zurückgestellt werden müssen. Ebenfalls hätten auch die jeweiligen Händler solche Gutscheinrückstellungen bilden müssen, um dieses Volumen der angezahlten Gutscheine bei Vollzahlung überhaupt liefern zu können. Nichts davon dürfte aber je geschehen sein.

Angeblich interessiert sich die österr. Finanz nur für operative Geschäfte im eignen Land und für im Land getätigte Geschäfte mit österr. Firmen. Lyoness hat also nicht umsonst die Verträge mit Konsumenten/Mitgliedern mit einer Schweizer Firma geschlossen. Und für Schweizer Mitglieder mit der Lyoness-Management GmbH in Graz (!!). Dies wurde aber nie vernünftig hinterfragt, denn die operative Anwerbung von Mitgliedern mit Anzahlungen erfolgte in Österreich, die Mitglieder sind Österreicher, die Händler wurden von Österreich aus angeworben, die Gutscheine in der Bestellung sind österr. Firmen und sämtlich in diesem Zusammenhang stehenden Werbemaßnahmen und Werbedokumente sind in Österreich entstanden. Das Vorschieben eines Schweizer Vertragspartners, der überhaupt kein operatives Büro (Tatsächlichkeitsmerkmale!) in Buchs unterhält bzw. operativ involviert war, muss doch auch steuerlich für Österreich relevant sein. (Das gilt natürlich auch gleichermaßen für andere Länder)

Wir werden sehen, wie es die noch verbliebenen Gutscheinpartner sehen und eine Finanzpolizei reagiert.

 

Lyoness and the vouchers! Legally and financially innocuous?

All loyalty programmes (e.g. Miles&More) have to make financial provisions for non-monetary benefits like collected points or frequent flyer miles, as consumers can decide to redeem them at any point. As an example, Lufthansa has to set up millions on its balance sheet for its high-status miles-club members’ non-expiring frequent flyer miles.

Depending on the marge of the distributor, Lyoness promised its members vouchers up to a certain percentage of the invested sum after making down payments of EUR 2,000. The resulting entitlements for those EUR 2,000 payments make out at least 10% of the payed sum. These should have been financially provided for, even when they haven´t been redeemed. Considering Lyoness’ promise that all would be easy, as everyone would shop, it should’ve counted on a big share of the prepaid vouchers being actually required. This means that millions in vouchers or funds should’ve been set up for this. The same way, the involved distributors should´ve set up voucher reserves to be able to deliver them in cases of full payments. None of this seems to have been taken care of.

Allegedly, the Austrian fiscal authority only shows an interest in operating business activities in Austrian territory involving Austrian companies. Therefore, it suited Lyoness well to close the contracts with consumers and members through a Swiss company. The Swiss members, on the other hand, made the deal with the company Lyoness-Management GmbH, located in Graz (!!) This was never questioned, although the actual recruitment of Austrian members was done in Austria, the recruited distributors were approached from Austria, the vouchers on the orders were from Austrian companies and all connected advertising measures and materials were produced in Austria. Using a Swiss contract partner without operational offices in Buchs (no proof of actuality!), who wasn’t involved operationally, should be fiscally relevant. (The same applies to any other country)

We will see how the remaining voucher partners and the financial police react.

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