„Lyconet wie eine Sekte“. Betroffen klagt über Lyconet-Erlebnis! (english version herinafter)

Die Zeitung WAZ hat am 18.06.2019 nochmals zu der dubiosen Lyconet-Veranstaltung in der Veltins-Arena mit einem dritten Artikel nachgelegt.

Über 40.000 Personen waren beim Lyconet-Seminar in der Veltins-Arena. Eine Frau spricht über die Erfahrungen, die sie mit der Firma gemacht hat.

Das dubiose „Elite-Seminar“ der Firma Lyconet, das am Pfingstwochenende über 40.000 Menschen aus ganz Europa in die Veltins-Arena lockte, hat für eine Menge Wirbel gesorgt. Denn das Unternehmen, eng verbandelt mit der 2003 gegründeten österreichischen „Lyoness International AG“ mit Sitz in der Schweiz, ist höchst umstritten. Maike Wiemann* hat mit Lyconet äußerst schlechte Erfahrungen gemacht. Sie war Ende 2016 bei einem Einführungsseminar in einer bayerischen Kleinstadt zu Gast.

Lyconet wirkte auf sie wie eine Sekte

„Ich dachte, ich wäre bei einer Sekte gelandet“, schildert die 24-Jährige ihre Eindrücke. Sie sei einer Freundin zuliebe mitgekommen, die ihr von dem System Lyconet vorgeschwärmt hatte. Rund 50 Interessierte seien zu Gast gewesen, die Veranstaltung leitete Andreas Matuska. In den sozialen Netzwerken stellt sich Matuska als äußerst erfolgreicher „Entrepreneur“ – also Unternehmer – dar, lädt regelmäßig Bilder von teuren Autos und coolen Uhren hoch. Matuska sprach vor zwei Wochen auch bei der Veranstaltung in der Veltins-Arena zum Publikum.

Gezielt werden junge Leute angeworben

„Sie werben gezielt junge Leute auf einer total freundschaftlichen Basis an und versprechen ihnen viel Geld zu verdienen, ohne wirklich arbeiten zu müssen“, sagt Maike Wiemann. Die Interessenten sollen so genannte „Marketers“ werden, selbstständige Vertriebspartner von Lyconet. Als „Marketer“ solle man sich dann ein Netzwerk aufbauen und neue Interessenten akquirieren – die dann schließlich eine Provision für den „Marketer“ abwerfen.

„Um daran mitzuverdienen, müssen aber erst Aktienpakete gekauft werden. Die kosten rund 2400 Euro“, sagt Wiemann. Sie habe Leute kennengelernt, die gleich mehrere Pakete gekauft und Kredite in Höhe von 10.000 Euro aufgenommen haben.

Verboten in Norwegen

In Norwegen ist das schwer nachvollziehbare Firmenkonstrukt um Lyconet und Co. bereits verboten, da es ein „illegales Pyramidenspiel“ sei, in Italien wurde deshalb eine Strafe in Höhe von 3,2 Millionen Euro gegen das Unternehmen verhängt. In der Schweiz und Österreich haben mehrere Gerichte das Firmengeflecht als Schneeballsystem klassifiziert. Kritische Nachfragen seien auf dem Einführungsseminar aber einfach abgewunken worden. „Sie wurden ins Lächerliche gezogen und als Fake News dargestellt“, so Wiemann.

Für die Studentin war schnell klar, dass es sich bei Lyconet um ein „abgekartetes Spiel“ handele. Die Firma habe auf dem Seminar unter anderem damit geworben, dass der FC Bayern München zu ihren Partnern gehöre. „Als ich dort angerufen habe, wusste da niemand etwas von“, fährt Wiemann fort.

Kein Kontakt mehr zu ihrer Freundin

Viele andere junge Menschen würden auf das System aber hereinfallen. So wie Wiemanns Freundin. „Sie war weiter Feuer und Flamme und hat mir immer wieder Einladungen zu Veranstaltungen geschickt. Ich habe häufig mit ihr darüber diskutiert, doch sie wollte nichts davon wissen.“ Der Kontakt sei inzwischen komplett eingebrochen. „Ich musste einfach irgendwann einen Cut machen.“

*der Name wurde von der Redaktion geändert 0,i.ad

„Lyconet a sect“. Affected woman complains about Lyconet experience!

On June, 18, the newspaper “WAZ” has relased a third article concerning the dubious Lyconet event at Veltins Arena.

Gelsenkirchen, Germany. More than 40,000 people joined the Lyconet seminar at Veltins Arena. A Woman speaks about her experiences with the company.

The dubious “elite seminar” of Lyconet which had lured over 40,000 people from all over Europe into Veltins Arena, caused a lot of fuss.

The company closely linked to “Lyoness International AG”, which was founded in 2003 with its headquarters in Switzerland, is highly controversial. Maike Wiemann* has had very bad experiences with Lyconet. At the end of 2016, she attended an introductory seminar in a small Bavarian town.

Lyconet appeared like a cult to her

“I thought I had gotten into a cult”, the 24-year-old describes her impressions. She had gone there for the sake of a friend who had been enthusing over the system of Lyconet. About 50 interested people had joined the event directed by Andreas Matuska. In social networks, Matuska presents himself as a very successful entrepreneur and uploads pictures of expensive cars and stylish watches on a regular base. Two weeks ago, Matuska also spoke to the audience of the event at Veltins Arena.

Young people are recruited intentionally

“On a friendly basis they recruit young people quite intentionally and promise them that they will make a lot of money without really working for it”, Maike Wiemann says. Interested people should become so called “marketers”, independent distribution partners of Lyconet. As “marketers”, they should build up a network and recruit new prospective members – who will then yield commissions for the “marketer”.

“In order to earn money by it, you first have to buy share packages. They cost around EUR 2,400”, Wiemann says. She had met people who had raised a credit of EUR 10,000 in order to buy a number of packages.

Prohibited in Norway

In Norway, the elusive company construct of Lyconet and Co. has already been prohibited due to being an “illegal Ponzi scheme”, in Italy, a fine of 3.2 million Euro was imposed to the company for the same reason. In Switzerland and Austria, several courts have classified the company construct as a snowball system. Critical questions were simply declined at the introductory seminar. “They made a joke out of them or depicted them as fake news.”, Wiemann says.

The student soon had realised that Lyconet was a “put-up job”. At the seminar, the company had advertised that FC Bayern Munich was one of their partners. “When I called them, nobody knew anything about that”, Wiemann continues.

No longer contact with her friend

Many other young people were falling for the system. Just like Wiemann’s friend. “She was hooked and sent me invitations to events over and over again. I often discussed about it, but she didn’t want to hear anything.” Meanwhile, the contact to her friend has stopped completely. “Someday, I simply had to make a cut.”

*the name was changed by the editors

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