Staatsanwaltschaft Köln (Az. 115 Js 424/19) setzt beim Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen GF Guido van Rüth der Lyoness Deutschland GmbH neu an! (english version herinafter)

Das zunächst eingestellte Verfahren (Az. 115 Js 915/16) wurde mit Schreiben vom 12.07.2019  wieder aufgenommen und ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen § 16 UWG (sog. Schneeballsystem) eingeleitet (Az. 115 Js 424/19).  Der beschuldige GF Guido van Rüth wurde am 21. Juni 2019 als Geschäftsführer der mWGmy World Germany GmbH vom Mutterunternehmen entfernt.

Im Schreiben der Staatsanwaltschaft wird mitgeteilt:

„Sehr geehrter Herr Ecker,

es wird mitgeteilt, dass aufgrund Ihres Schreibens vom 13.05.2019 ein neues Verfahren gegen den Beschuldigten von Rüth wegen eines Verstoßes gegen § 16 UWG (sog. Schneeballsystem) im Zusammenhang mit den AGB von Lyconet aus dem Jahr 2014 eingeleitet wurde und unter dem Aktenzeichen 115 Js 424/19 bearbeitet wird. Im Hinblick auf Ihr übriges Beschwerdevorbringen habe ich den Vorgang dem Generalstaatsanwalt in Köln zur Entscheidung vorgelegt.“

Siehe Mitteilung der Staatsanwaltschaft im Original: Staatsanwaltschaft Köln 12.08.19 1

Mit einem 17-seitigen Schreiben vom 13.05.2019 legte Bernhard Ecker schriftliche Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens ein. Die bis dahin offensichtlich nicht näher untersuchten Anhaltspunkte und Fakten zu Lyoness wurden ausführlich dargelegt und begründet.

Insbesondere wurde auf die Tatsache hingewiesen, dass es nicht der Wahrheit entspricht, dass, wie von Lyoness gegenüber der Staatsanwaltschaft behauptet, gewisse Geschäftspraktiken nicht mehr praktiziert würden. Denn von einer Einstellung der Geschäftspraktiken kann nicht die Rede sein. Diese wurden lediglich noch intransparenter und verwirrender verfasst.

Unter Punkt 8 in der Beschwerde vom 13.05.2019 wird hierzu u. a. erläutert:

  1. Keine Einstellung der Geschäftspraktiken

Die in Rede stehende Geschäftspraktik wurde nicht eingestellt, sondern wird nur mit einer noch undurchsichtigeren Konstruktion fortgesetzt.

Im Vergleich zum bisherigen „Anzahlungssystem“ hat sich de facto nichts verändert, sondern im Prinzip wurde nur das Wording geändert. Bis November 2014 bezeichnete Lyoness ihre Investments als „Anzahlung auf Gutscheine“, bei denen Mitglieder grundsätzlich nur dann einigermaßen nennenswerte Gewinne erzielen konnten, wenn sie neue Kapitalgeber anwarben. Als dann die WKStA gegen Lyoness wegen verbotenen Pyramidenspiels nach § 168a StGB und des schweren gewerbsmäßigen Betruges ermittelte und die ersten Zivilurteile sie zur Rückzahlung verpflichteten, hat sie im November 2014 neue AGB verfasst und benannte ihren Vertrieb von Lyoness in Lyconet um, weil der Begriff Lyoness vor allem in den Medien bereits äußert negativ attribuiert war. Die Umstellung auf die neuen AGB wurde erzwungen, indem die bestehenden Mitglieder in ihr Online-Mitgliedskonto nur einsteigen konnten, wenn sie die neuen AGB akzeptierten. Mittlerweile ist aber auch Lyconet in Verruf geraten, sodass „Cashback World“ der Begriff der Wahl wurde.

Wir begrüßen die gut angesetzten und erneuten Ermittlungsmaßnahmen sowie die Weitergabe weiterer entscheidender Punkte an die Generalstaatsanwaltschaft Köln.

Lyoness-Geschädigten in Deutschland raten wir an, sich direkt an die Staatsanwaltschaft Köln unter dem Aktenzeichen 115 Js 424/19 zu wenden und eventuelle Rückforderungen an Lyoness gut dokumentiert einzureichen.

Public Prosecution Cologne (file nr. 115 Js 424/19) starts again with preliminary proceedings against Managing Director of Lyoness Deutschland GmbH Guido van Rüth!

With a letter of 12 July 2019, the initially closed proceedings (file nr. 115 Js 915/16) were have been resumed and preliminary proceedings due to infringement of § 16 UWG (Unfair Competition Act) were initiated (file nr. 115 Js 424/19).

Staatsanwaltschaft Köln 12.08.19 1 Writing the prosecutor’s office translated:

„Preliminary proceedings against Mr. Guido Josef van Rüth a. o.

Alleged crime: Fraud

Dear Mr. Ecker,

I hereby inform you, that in accordance with your letter from 13 May 2019, new proceedings against the accused von Rüth because of an infringement of § 16 UWG (so-called snowball system) in connection with Lyconet’s Terms and Conditions of 2014 were initiated and are being worked on under the file number 115 Js 424/19. In regard to your further complaint, I submitted the file to Prosecutor-General of Cologne.

With best regards

Prosecutor“

With his letter of 13 May 2019, Bernhard Ecker lodged a 17-page complaint against the closing of the proceedings. Within this complaint, indications and facts concerning Lyoness, that obviously have not been further investigated before, were highlighted and reasoned in detail.

Under item 8 of the claim of 13 May 2019 it is, inter alia, explained:

The business practices under examination have not been stopped but are being pursued with a construct that is even more opaque.

Compared to the previous “advance payment system” de facto nothing has changed but, in principle, only the wording was changed. Until November 2014, Lyoness named their investments “Advance payments on vouchers”, with which members basically only could obtain considerable profits if they recruited new investors. Later, when the WKStA (Public Prosecutor’s Office against Corruption) investigated against Lyoness because of the forbidden snowball system according to § 168a StGB (Criminal Code) as well as because of serious commercial fraud, and the first judgement of Civil Courts obligated them to make repayments, Lyoness drafted new Terms and Conditions and renamed its distribution from Lyoness to Lyconet, since the name Lyoness – especially in the media – already had become very negatively attributed. The conversion to the new Terms and Conditions was forced since members could only log in to their online member account if they had accepted the Terms and Conditions. Meanwhile, also Lyconet has fallen into disrepute so that the term “Cashbackworld” was chosen.

We welcome the well implemented and renewed measures of investigation as well as the transmission of further critical issues to the General Public Prosecution of Cologne.

We advise all German Lyoness victims to directly contact the Public Prosecution’s Office Cologne under the file number 115 Js 424/19 and to lodge possible claims against Lyoness in a well-documented way.

 

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