Norwegen: Lyoness-Shoppingnetzwerk wird trotz eines behördlichen Verbots weiterbetrieben! (english version herinafter!)

Norwegens älteste Tageszeitung „Adresseavisen“ befasst sich regelmäßig mit dem Verbot von Lyoness in Norwegen. Die norwegischen Behörden lassen sich von Lyoness und den Folgefirmen aber nicht narren. Gut zu wissen. Ein Artikel vom 15. Oktober 2019: (Übersetzt aus dem Norwegischem)

Obwohl Lyoness die Auflage erteilt wurde, die gesamte Geschäftstätigkeit in Norwegen einzustellen, läuft das Marketing der verbundenen Shoppingnetzwerke Myworld und Cashback World weiter.


Hinweise: Bei der norwegischen Glücksspielaufsichtsbehörde Lotteritilsynet ist in den letzten Monaten eine Reihe von Anfragen zur Geschäftstätigkeit der Netzwerksgesellschaft Lyoness in Norwegen eingegangen.  FOTO: MARIANNE TØNSET

Auf den norwegischen Internetseiten von sowohl Cashback World als auch Myworld werden Besucher mit Vorteilen gelockt, die sie bekommen, falls sie sich registrieren, und beide Netzwerke haben auch eigene Facebook-Seiten, die häufig mit neuen Angeboten aktualisiert werden.

Gleichzeitig gehen laufend Hinweise bei Lotteritilsynet (norwegische Aufsichtsbehörde) ein, die Lyoness im vergangenen Jahr die behördliche Auflage erteilt hat, die gesamte Geschäftstätigkeit in Norwegen einzustellen, einschließlich Werbemaßnahmen und Einzahlungen an u. a. Cashback World und Myworld.

Der Beschluss wurde im Januar dieses Jahres vom norwegischen Amt für Glücksspiel (Lotterinemnda) bestätigt, von dem festgestellt wurde, dass die Geschäftstätigkeit von Lyoness in Norwegen ein „rechtswidriges, pyramidenartig aufgebautes Umsatzsystem” darstellt, dessen Einnahmen hauptsächlich aus dem Anwerben neuer Teilnehmer stammen.

Lyoness wurde auch nicht die Möglichkeit eingeräumt, die rechtswidrigen Aspekte zu beheben, sondern wurde beauflagt, die Tätigkeit sofort zu beenden.

Schriftliche Bestätigung gefordert

Lotteritilsynet hat im März dieses Jahres eine schriftliche Bestätigung dafür angefordert, dass die Geschäftstätigkeit nicht mehr ausgeübt wird. Gleichzeitig wurde die Warnung ausgesprochen, dass man erwäge, bei der Polizei Anzeige gegen Lyoness, die Vermarkter und weitere Kooperationspartner zu stellen, falls weiterhin gegen Bestimmungen verstoßen wird.

Die bei Lotteritilsynet eingegangene Liste mit Hinweisen zeigt jedoch, dass im Laufe des Sommers und Herbstes eine Reihe von Mitteilungen eingegangen sind, dass Lyoness in Norwegen weiterhin aktiv ist. Adresseavisen hatte keine Gelegenheit, die Hinweise einzusehen, da es dabei um Mitteilungen über „mögliche Rechtsverstöße” gehe, die von Privatpersonen zugeschickt wurden, sowohl aus Rücksicht auf die Hinweisgeber als auch auf diejenigen, die die Hinweise betreffen.

Silje Sægrov Amble, leitende Beraterin bei Lotteritilsynet, sagt, dass vom 1. Juli bis zum 7. Oktober rund 30 Hinweise zu Lyoness und zusätzlich mehrere telefonische Fragen und Anfragen bei ihnen eingegangen sind.

Amble sagt, dass sie aufgrund der Sache gegenwärtig keine konkreten Fragen zur Geschäftstätigkeit von Lyoness in Norwegen und zur Art und Weise, wie das praktisch abläuft, beantworten möchte. Sie übermittelt gleichzeitig die Antwort, die Lotteritilsynet den Personen, die Fragen zum Status der Sache gestellt haben, zugeschickt hat.

Dort teilt Lotteritilsynet unter anderem Folgendes mit:

„Lotteritilsynet hat in letzter Zeit viele neue Hinweise dazu erhalten, dass Lyoness erneut in Norwegen tätig geworden ist, und dass frühere Teilnehmer gebeten wurden, die Tätigkeit bei einer anderen Gesellschaft fortzusetzen. Aus Rücksicht auf die weitere Bearbeitung der Sache können wir keine weitere Auskunft darüber geben, wie wir die betreffenden Hinweise bewerten und ob die Sache von uns näher untersucht wird.”

Aus für Lyoness: Silje Sægrov Amble, leitende Beraterin bei Lotteritilsynet, weist darauf hin, dass sowohl von Lotteritilsynet als auch vom Amt für Glücksspiel festgestellt wurde, dass sich das Verbot gemäß dem norwegischem Glücksspielgesetz auf die gesamte Geschäftstätigkeit von Lyoness in Norwegen bezieht.  FOTO: DAGRUN REIAKVAM/LOTTERITILSYNET

Neue Gesellschaft steht dahinter

Die Beschlüsse von Lotteritilsynet und vom Amt für Glücksspiel waren gegen die Unternehmen Lyoness Norway AS und Lyoness Europe AG gerichtet, die das Vorteilssystem Cashback World bzw. das Netzwerk Lyconet betrieben haben, die für das Marketing des Vorteilssystems und das Anwerben neuer Teilnehmer verantwortlich waren.

Mittlerweile steht jedoch ein relativ neu gegründetes Unternehmen – Myworld Nordic AS – hinter den norwegischen Websites von Cashback World und Myworld.com. Das seit April letzten Jahres bestehende Unternehmen wird durch in London registrierte Gesellschaften vom Österreicher Hubert Freidl, der Lyoness 2003 gegründet hatte, kontrolliert.

Aus dem Jahresabschluss geht hervor, dass im Laufe des Jahres 2018 Einnahmen von gut 15 Millionen NOK verzeichnet wurden. Der Abschluss zeigt auch, dass Lyoness Norway AS und Lyoness Europe AG verbundene Konzerngesellschaften sind und dass Myworld Nordic Geschenkkarten und Wertkupons von der zuerst genannten Gesellschaft in Höhe von 1,8 Millionen NOK gekauft hat.

Als Lotteritilsynet im vergangenen Jahr über die Gründung dieser Gesellschaft informiert wurde, hat Lotteritilsynet schnell mitgeteilt, dass das Verbot, pyramidenartig aufgebaute Umsatzsysteme zu gründen, zu betreiben und sich daran zu beteiligen, auch für Myworld Nordic AS gilt.

Änderung des Firmennamens

Adresseavisen hat Amble von Lotteritilsynet gefragt, ob der Betrieb dieser Internetseiten mit dem Beschluss, der Lyoness die Auflage erteilt, die gesamte Geschäftstätigkeit in Norwegen einzustellen, vereinbar ist.

Sie antwortet erneut, dass sie aus Rücksicht auf die laufende Sache konkrete Fragen nicht kommentieren möchte, verweist aber auf die Schlussfolgerung des Amts für Glücksspiel, dass die gesamte Geschäftstätigkeit von Lyoness ein Umsatzsystem dargestellt hat und dass Cashback World und Lyconet Bestandteile dieses Systems waren.

„Das Amt hat geschlussfolgert, dass sich das Verbot gemäß Paragraf 16, Abs. 2 des norwegischen Glücksspielgesetzes auf die gesamte Geschäftstätigkeit von Lyoness als rechtswidriges, pyramidenartig aufbebautes Umsatzsystem bezieht”, so Amble in einer E-Mail und fügt eine neue Antwort bei:

„Lyoness hat aufgrund der Sache mehrfach die Firmenbezeichnung und die Unternehmensstruktur gewechselt.”

Antrag von Lyoness abgelehnt

Lyoness Norway AS und Lyoness Europe AG werden von der Rechtsanwaltskanzlei Schjødt vertreten, die versucht hat, die Durchführung des amtlichen Beschlusses aussetzen zu lassen, bis er gerichtlich überprüft wurde.

Zuerst wurde der Antrag auf Aussetzung des Vollzugs des Beschlusses vom Amt zurückgewiesen, ehe der Antrag, die Geschäftstätigkeit so lange fortzusetzen, bis eine rechtskräftige Entscheidung vorliegt, anschließend auch vom Amtsgericht Oslo abgelehnt wurde.

Lyoness-Anwalt Olav Kolstad von Schjødt hat in einer E-Mail mitgeteilt, dass beide Gesellschaften „selbstverständlich den Beschluss von Lotteritilsynet respektieren und ihre Geschäftstätigkeit in Norwegen vorübergehend eingestellt haben”. Er schreibt weiter, dass der nächste Schritt darin besteht, die Sache gerichtlich klären zu lassen.

Kolstad schreibt, dass er hingegen nicht im Namen der verbundenen Gesellschaft Myworld Nordic AS antworten kann, von der die norwegischen Internetseiten jetzt betrieben werden.

Marit Johannessen, Leiterin Finanzen bei Myworld Nordic AS in Lysaker in Bærum, verweist ihrerseits auf die Geschäftsstelle des Unternehmens im österreichischen Graz, die bis Dienstagvormittag noch nicht geantwortet hatte.

Norway: Lyoness-Shopping network continues to operate despite an official ban!

Norway’s oldest daily newspaper “Adresseavisen” regularly deals with the ban on Lyoness in Norway. The Norwegian authorities are not deceived by Lyoness and its subsidiaries. Good to know. An article from 15 October 2019: (Translated from Norwegian)

Although Lyoness has been forbidden to continue its entire business in Norway, the marketing of the associated shopping networks Myworld and Cashback World continues.


Indications: The Norwegian gambling supervisory authority Lotteritilsynet has received several inquiries in the last few months regarding the activities of the network company Lyoness in Norway. PHOTO: MARIANNE TØNSET

Cashback World and Myworld’s Norwegian websites attract visitors with benefits they will get if they register, and both networks also have their own Facebook pages, which are frequently updated with new offers.

At the same time, Lotteritilsynet, the authority that has given Lyoness the regulatory order to discontinue its entire operations in Norway including advertising and deposits to i. a. Cashback World and Myworld last year, continues to receive clues.

The decision was approved in January this year by the Norwegian Office for Gambling (Lotterinemnda), which found that Lyoness’ business in Norway constitutes an “unlawful, pyramid-shaped revenue system”, whose proceeds mainly derive from recruiting new participants.

Lyoness was also not given the opportunity to remedy the unlawful aspects, but was charged with immediately terminating the activity.

Written confirmation required

In March this year, Lotteritilsynet requested written confirmation that the business was no longer operated. At the same time, they warned Lyoness that they were considering filing with the police against Lyoness, the marketers and other cooperation partners if it continues to violate regulations.

However, the list of indications received by Lotteritilsynet shows that a number of clues have been received during the summer and autumn about Lyoness still being active in Norway. Adresseavisen had no opportunity to see the evidence, as it was about “possible violations of the law” sent by private individuals, both out of respect for the whistle-blowers and those concerning the clues.

Silje Sægrov Amble, senior consultant at Lotteritilsynet, says that from July 1 to October 7, she received about 30 references to Lyoness and additional telephone inquiries and written inquiries.

Amble says that, as a result of the case, she does not want to answer specific questions about Lyoness’ business in Norway and how it works. At the same time, she sent the answer Lotteritilsynet has sent to the people who have asked questions about the status of the case.

There Lotteritilsynet announces among others:

“Lotteritilsynet has recently received many new indications that Lyoness has become active again in Norway and that former participants have been asked to continue working for another company. Out of consideration for the further processing of the case, we cannot give any further information about how we evaluate the relevant information and whether the case is examined by us. “


The end for Lyoness: Silje Sægrov Amble, Senior Advisor to Lotteritilsynet, points out that both Lotteritilsynet and the Office for Gambling found that the ban under the Norwegian Gambling Act relates to the entire business activity of Lyoness in Norway. PHOTO: DAGRUN REIAKVAM / LOTTERITILSYNET

New society behind it

The decisions of Lotteritilsynet and the Gambling Office were directed against the companies Lyoness Norway AS and Lyoness Europe AG, which operated the Cashback World or Lyconet benefit system, which were responsible for marketing the benefit system and attracting new participants.

Meanwhile, a relatively new company – Myworld Nordic AS – is behind the Norwegian websites of Cashback World and Myworld.com. The company, which has been operating since April last year, is controlled by the Austrian Hubert Freidl, who founded Lyoness in 2003, through companies registered in London.

The annual accounts show that in the course of 2018 a revenue of over NOK 15 million was recorded. The financial statements also show that Lyoness Norway AS and Lyoness Europe AG are affiliated companies and that Myworld Nordic has purchased gift cards and coupons from the former company in the amount of NOK 1.8 million.

When Lotteritilsynet was informed about the formation of this company last year, Lotteritilsynet quickly announced that the ban on establishing, operating and participating in pyramid-shaped revenue systems also applies to Myworld Nordic AS.

Change of the company name

Adresseavisen has asked Amble from Lotteritilsynet whether the operation of this website is compatible with the prohibition of Lyoness to continue its entire business in Norway.

She replies that she does not want to comment on concrete issues out of consideration for the current case, but sherefers to the conclusion of the Office of Gambling that Lyoness’ entire business has represented a turnover system and that Cashback World and Lyconet were part of this system.

“The Office concluded that the prohibition referring to paragraph 16 (2) of the Norwegian Gambling Act refers to the whole business activity of Lyoness as an unlawful pyramid-shaped turnover system,” Amble said in an e-mail, adding a new reply:

“Lyoness has changed the company name and structure several times for this reason.”

Lyoness rejected by request

Lyoness Norway AS and Lyoness Europe AG are represented by the law firm Schjødt, which has tried to suspend implementation of the official decision until it has been judicially reviewed.

First, the application for suspension of operation of the order was rejected by the Office and then it was subsequently rejected by the District Court of Oslo.

Lawyer Olav Kolstad from Schjødt has stated in an e-mail that both companies “have of course respected Lotteritilsynet’s decision and have temporarily ceased trading in Norway”. He further writes that the next step is to have the case cleared up by the court.

Kolstad writes that he cannot answer on behalf of the affiliated company Myworld Nordic AS, from which the Norwegian websites are operated now.

Marit Johannessen, Head of Finance at Myworld Nordic AS in Lysaker in Bærum, refers to the company’s office in Graz, Austria, which had not responded by Tuesday morning.

 

 

Lyoness versucht sich in Schadensbegrenzung, aber auf Kosten der Mitglieder? (english version herinafter!)

Derzeit unterbreitet myWorld/Lyoness bei den durch uns bei der Staatsanwaltschaft Köln hinterlegten Geschädigten u. a. Angebote über 50% Rückzahlung der Forderungssumme in Verbindung mit einer Vereinbarung, die in seiner Formulierung an Sittenwidrigkeit grenzen dürfte. „Niemand klaren Verstandes, sollte eine solche Vereinbarung unterzeichnen“, darüber sind sich die Juristen einig.

Einige deutsche Anwälte glauben, ihren Mandanten zu helfen, indem sie „Deals“ mit Lyoness eingehen, eine 50%ige Auszahlung der Forderungssumme akzeptieren, davon noch Mandantenhonorare in Abzug bringen und erwarten dafür auch noch ein Dankeschön.

Es ist einzig unseren Bemühungen zu verdanken, dass es in Deutschland überhaupt zu einer Reaktion seitens des rechtskräftig verurteilten Schneeballsystem Lyoness gekommen ist. Ohne unsere Aktivitäten wären sämtliche deutsche Geschädigte in der straf- und zivilrechtlichen „Gesetzesblase“ gefangen und auch keine „Vergleichszahlungen“ möglich.

Lyoness versucht hier vermutlich hinsichtlich des laufenden Strafermittlungsverfahren bei der Staatsanwaltschaft Köln (Az. 115 Js 424/19), im Rahmen einer Schadensbegrenzung geschädigte Mitglieder mit möglichst geringen eigenen Kosten abzufertigen.

Die Geschädigten laufen hier Gefahr, sich einer Schadensersatzklage in Höhe von mind. 20.000 € von myWorld/Lyoness ausgesetzt zu sehen.

Darin ist u. a. zu lesen:

„Der Übergeber verpflichtet sich den Inhalt dieser Vereinbarung geheim zu halten, wobei diese Verschwiegenheitspflicht zeitlich unbegrenzt ist. Der Übergeber verpflichtet sich darüber hinaus im Falle der Verletzung dieser vertraglichen Bestimmung zur Schadensersatzleistungen. Die Höhe des Schadensersatzes wird – ohne Rücksicht auf den tatsächlich eingetretenen Schaden – durch Vereinbarung einer Konventionalstrafe im Ausmaß von EUR 20.000,– (in Worten: Euro zwanzigtausend) pauschaliert, wobei es sich der Übernehmer ausdrücklich vorbehält, einen allenfalls über diesen Betrag hinausgehenden Schaden zusätzlich geltend zu machen. Der Übergeber anerkennt ausdrücklich die Angemessenheit dieser Konventionalstrafe.“

Lyoness tries to limit the damage at the expense of the members!

Currently, myWorld/Lyoness is approaching the injured parties that we announced at the public prosecutor’s office of Cologne. They are offering them, amongst others, a repayment of 50% of the claim amount in conjunction with an agreement that might verge on immorality. Legal practitioners agree that “no one in their right mind should sign such an agreement.”

Some German lawyers believe that they are helping their clients by making “deals” with Lyoness, accepting a repayment of 50% of the claim sum from which they further deduct honoraria and they are still expecting a thank you.

Solely due to our efforts, it came to a reaction of the convicted snowball system Lyoness in Germany. Without our activities all German victims would be trapped in the “legal bubble” and no “settlement payments” would be possible.

Regarding the current criminal investigations of the public prosecutor’s office of Cologne (Az. 115 Js 424/19), Lyoness is trying to limit the damage by giving injured members short shrift at lowest possible costs.

The injured parties are running the risk of being exposed to a claim for damages in the amount of at least 20,000 euros lodged by myWorld/Lyoness.

Among other things, the offered agreement says:

“The person transferring undertakes to hold the contents of this agreement in strict confidence, whereby this obligation of secrecy is valid without a time limit. The person transferring further undertakes to pay compensation in the case of an infringement of these contractual provisions. The amount of the compensation payment – regardless of the damages actually incurred – is set to a contractual penalty of 20,000 euros (in words: twenty thousand euros), whereby the transferee expressly reserves the right to further claim for damages above this amount. The person transferring expressly accepts the appropriateness of this contractual penalty.”

Zeitungsartikel in der Schweiz mit interessanter und fundierter Begründung zu einem erneuten Lyoness-Urteil! (english version herinafter)

Nicht das Urteil selbst steht hier im Mittelpunkt, sondern die Erkenntnisse und all die abgeschlossenen Verfahren gegen Lyoness sowie deren Nachfolgefirmen, die sich zunehmend in den internationalen Medien wiederfinden.

Lyoness hat sich seit jeher immer wieder selbst neu erfunden, sei es mit Abänderungen der Firmennamen oder unzähligen Firmenfusionierungen. Im Weiteren hat es Lyoness in der Umbenennung seiner Finanzprodukte nicht an Kreativität fehlen lassen.

Zwar wird nach wie vor das Schneeballsystem Lyoness vermeintlich verständlich und plausibel durch Lyconet-Marketer dem arglosen Interessenten verkauft, sobald dieser jedoch in die Materie investiert, sei es als „Sponsor“ oder unter anders wohlklingendem Namen, gibt es nur noch einen Gewinner . Lyoness!

Die treffendste Aussage zum Schneeballsystem Lyoness stellt das Urteil vom 4. Juni 2019 fest: „Der wirtschaftliche Endeffekt ist stets so, dass der Löwenanteil der einbezahlten Gelder bei Lyoness verbleibt und als Ertrag verbucht werden kann.“

Es ist nicht überraschend, dass Lyoness auch in diesem Fall in die dritte Instanz geht, gewonnen hat Lyoness noch keinen. Man spielt nur auf Zeit, denn spätestens, wenn Lyoness/Lyconet aufgefordert wird, doch zu beweisen, kein Schneeballsystem zu sein, muss das Lyoness-Krisenmanagement passen. Es ist ein Schneeballsystem und bereits vielfach rechtskräftig als solches verurteilt.

Nachstehend der Schweizer Zeitungsartikel:

https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/werdenberg/lyoness-geld-zuruckzahlen-ld.1157494

Lyoness mit Sitz in Buchs muss 13 200 Franken zurückzahlen.

Der Schriftzug verweist auf den Holdingsitz im ersten Stock der Bahnhofstrasse 22 in Buchs. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Schriftzug verweist auf den Holdingsitz im ersten Stock der Bahnhofstrasse 22 in Buchs. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die beiden Holding-Firmen Lyoness Europe AG und Lyoness International AG mit Sitz an der Bahnhofstrasse 22 in Buchs sind seit Jahren in den internationalen Schlagzeilen. Sie sind die Holdinggesellschaften für zahlreiche Ländergesellschaften der Lyoness-Gruppe – nach eigenen Aussagen die grösste Einkaufsgemeinschaft der Welt und in 47 Ländern tätig.

Jagd nach Rabatten für Einkäufe bei Partnerfirmen

Erstmals hat das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland eine Klage gegen ihre Tochterfirma Lyoness Suisse GmbH, ebenfalls mit Sitz in Buchs, gutgeheissen. Gemäss Entscheid des Gerichts muss diese dem Inhaber eines Solartechnikunternehmens die einst verkauften «Gutscheine für künftige Einkäufe» für 13200 Franken zurückzahlen. Denn wie am 28. Februar 2017 das Kantonsgericht Zug, kam auch das Kreisgericht zum Schluss, dass Lyoness ein illegales Schneeballsystem betreibt. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, denn wie Kreisrichter Hans Willi dem W&O sagte, zieht Lyoness den Fall ans Kantonsgericht weiter.

Zum Verständnis: Lyoness-Kunden erhalten bei Einkäufen bei Partnerfirmen mit der Lyonesskarte Rabatte gutgeschrieben – ähnlich wie etwa bei der Coop- oder Cumuluskarte. Wer aber zusätzlich neue Kunden anwirbt, erhält auch von deren Einkäufen und von jenen weiterer angeworbener Kunden usw. Rabatte gutgeschrieben.

 System ist nicht durchschaubar

Doch viel lässt sich so trotzdem nicht verdienen, denn es fehlt vor allem an grossen Partnerfirmen, welche diese Rabattkarte akzeptieren. Da ist es verlockend, dass man sich «Partnerschaften» oder «Pakete» kaufen kann und sich so in eine höhere Stufe der Vergütungspyramide hieven kann. Der Minimaleinsatz liegt dabei bei rund 3000 Franken und ist nach oben offen. Das Vergütungssystem ist allerdings selbst für Mathematikexperten nicht durchschaubar und die versprochenen horrenden Verdienste nicht realisierbar. Deshalb war und ist dieses Geschäftsmodell Gegenstand vieler Gerichtsverfahren in mehreren Ländern, wie der W&O bereits mehrfach berichtete.

«Einbezahlte Gelder behält die Firma»

Der Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland ist eines von zahlreichen Urteilen, das in den letzten Jahren gegen die beiden in Buchs ansässigen Holdinggesellschaften Lyoness Europa AG und Lyoness International AG gesprochen wurde. Denn inzwischen ist dieses Geschäftsmodell in Österreich, Italien, Norwegen und der Schweiz rechtskräftig als illegales Schneeballsystem verurteilt worden. In Italien wurde Lyoness dieses Jahr desswegen mit einer Busse von 3,2 Millionen Euro belegt. Diese Entscheide ermöglichen es nun vielen Geschädigten, ihre Anzahlungen zurückzufordern. Lyoness wurde inzwischen in zahlreichen Fällen in Österreich und in der Schweiz verurteilt, diese Einkaufssummen, Anzahlungen oder «Gutscheine für künftige Einkäufe» (im Erfinden neuer Begriffe für das immer selbe Produkt ist Lyoness bekannt) zurückzuzahlen. Und weitere Klagen laufen. Da nützt es dem «Rabatthändler» nicht viel, dass er die Namen seiner Rabattkarte zuerst auf Cashback Lyconet und dann auf Cashback MyWorld geändert hat.

Erhellend sind einzelne Begründungen des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland. So hält es im Entscheid vom 4. Juni 2019 fest: «Der wirtschaftliche Endeffekt ist stets so, dass der Löwenanteil der einbezahlten Gelder bei Lyoness verbleibt und als Ertrag verbucht werden kann.» Typisch für diese Finanzprodukte sei es, dass sie «weder vollständig noch teilweise bar zurückbezahlt werden.» Die mVoucher, so der heutige Name der «Gutscheine für künftige Einkäufe» dürfen nämlich nicht verkauft, sondern nur verschenkt werden und selbst dies nur an die Kunden eines Lyconet-Marketers.

Dazu kommt, dass mVoucher im Falle einer Beendigung der Teilnahme am «Cashback World Programm» (dies ein weiterer neuer Begriff für das Rabattkarten-System) entschädigungslos verfallen, wie der Wiener Ben Ecker festhält. Der Journalist hat sich auf undurchsichtige Geschäftsmodelle spezialisiert. Er verfolgt unter anderem die Machenschaften im Lyoness-Imperium seit Jahren kritisch und verbreitet seine Erkenntnisse im Internet. Inzwischen habe Lyoness/MyWorld ihre Anwerbe-Tätigkeit vermehrt in die sozialen Medien wie etwa Instagram verlegt. Dabei fokussiere man auf junge Erwachsene, die sich teilweise heillos verschulden, um sich «hinaufkaufen» zu können, schreibt Ben Ecker auf seiner Internetseite www.benecker.com.

Plätze tauschen an der Spitze

Zum Geschäftsmodell von Lyoness gehört auch, dass die Personen an der Spitze der verschiedenen Gesellschaften der Holding von Zeit zu Zeit ihre Plätze tauschen. Neuerdings ist gemäss Schweizerischem Handelsamtsblatt der Brite Christopher Thomas neuer Verwaltungsratspräsident der Lyoness Europe AG und ihrer Schwesterfirma Lyoness International AG. Dieses Jahr hat Lyoness zudem die beiden gemeinnützigen Gesellschaften Lyoness Child and Family Found und Lyoness Greenfinity Stiftung, beide bisher mit Sitz in Buchs, nach Graz verschoben, wo Lyoness seit der Gründung im Jahre 2003 seinen operativen Sitz hat. Kritiker sehen in diesen Stiftungen, deren Geldflüsse unklar seien, ein fragwürdiges Image-Instrument.

 

Swiss newspaper article with interesting and well-founded justification concerning a fresh judgement!

It is not the judgement itself that the article focuses on, but the findings and all the concluded proceedings against Lyoness and its successor companies that are increasingly being mentioned in the international media.

Lyoness has always reinvented itself, whether by changing the company names or through numerous company mergers. Also, at renaming its financial products, Lyoness was not lacking creativity.

Lyconet Marketers present the snowball system Lyoness to unsuspecting prospective customers as a presumed transparent and plausible system, but as soon as they invest in it – may it be as a “sponsor” or under another melodious name – there is only one winner left.

The most accurate statement concerning the snowball system Lyoness is noted in the judgement of 4 June 2019: “The final economical effect is always that the lion’s share of the money that was paid in remains with Lyoness and can be posted as income.”

It is no surprise that also in this case, Lyoness brought the case to the Court of Third Instance. So far, they have not won a case. They are playing for time but at the latest when Lyoness/Lyconet is being asked to prove that it is not a snowball system the Lyoness crisis management has to pass. It is a snowball system and has already been judged as such.

Hereinafter the Swiss newspaper article:

  • https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/werdenberg/lyoness-geld-zuruckzahlen-ld.1157494

(Translation of the press article)

Lyoness based in Buchs has to pay back 13,200 Francs

The County Court of Werdenberg-Sarganserland supports a plaintiff at first instance.

The two holding companies Lyoness Europe AG and Lyoness International AG based in Bahnhofstraße 22, Buchs have internationally been in the headlines for years. They are the holding companies for numerous national companies of the Lyoness group – according to themselves the world’s largest shopping community and active in 47 countries.

Hunting for discounts for purchases at partner companies

For the first time the County Court of Werdenberg-Sarganserland supported a complaint against the subsidiary company Lyoness Suisse GmbH, also based in Buchs. According to the judgement, Lyoness Suisse GmbH has to refund the “vouchers for future purchases” that an owner of a solar technology company had bought for 13,200 Francs. As well as the Canton Court of Zug on 28 February 2017 already did, the County Court concluded that Lyoness is operating an illegal snowball system.

For your understanding: For purchases from partner companies, discounts are credited to the Lyoness customers’ accounts – similar to the Coop Card or the Cumulus Card. Whoever further recruits new customers will also receive discounts for their purchases as well as for purchases of customers that are further recruited by them and so on.

System is not transparent

But not very much can be earned since there is a lack of large partner companies that accept the discount card. Therefore, it is tempting to by “partnerships” or “packages” in order to reach a higher level of the remuneration pyramid. The minimum investment lies at around 3,000 Francs and is open ended. Even for mathematical experts the remuneration system is not transparent, and the promised high earnings cannot be realised. Therefore, the business model was and still is a subject of many legal proceedings in several countries, as the W&O already reported multiple times.

“The money that is paid in stays with the company”

The decision of the County Court of Werdenberg-Sarganserland is one of numerous judgements against the two holding companies Lyoness Europe AG and Lyoness International AG that have been pronounced in the last years. Because by now, the business model has been classified as a snowball system in Austria, Italy, Norway and Switzerland with legally binding judgements. This year in Italy, Lyoness was sentenced to pay a charge of 3.2 million Euro. These decisions now make it possible for many injured parties to claim back their payments. In numerous cases in Austria and Switzerland, Lyoness has been sentenced to refund these purchasing sums, advance payments or “vouchers for future purchases” (Lyoness is known for inventing new names for always the same product). And further complaints are being proceeded. Nor does it change anything that the “discount dealer” has changed the name of the discount card to Cashback Lyconet and later on to Cashback MyWorld.

There are several individual justifications of the County Court of Werdenberg-Sarganserland that are very revealing. With the decision of 4 June 2019, it states: “The final economical effect is always that the lion’s share of the money that was paid in remains with Lyoness and can be posted as income”. It was typical for these financial products that they are “neither completely nor partly paid back in cash”. The mVouchers, so the current name of the “vouchers for future purchases” must not be sold but have to be given away and only to the customers of a Lyconet Marketer.

Additionally, in the case of a determination of the participation in the “Cashback World Programme” (this is another new name for the discount card system), mVouchers become invalid without any compensation, the Viennese Ben Ecker notes. The journalist has specialised in opaque business models. Amongst others, he has been critically monitoring the machinations of the Lyoness empire for years and has been spreading his findings on the internet. In the meanwhile, Lyoness/MyWorld had more and more transferred its recruiting activities to social media like Instagram. Thereby they were focusing on young adults of which some get hopelessly in debt in order to “buy in”, Ben Ecker writes on his website www.benecker.com.

Changing places at the top

The business model also includes that the people at the top of the holding companies change places from time to time. According to the Swiss Commercial Gazette, recently the British Cristopher Thomas is the new Chairman of Lyoness Europe AG and its sister company Lyoness International AG. This year, Lyoness moved its non-profit companies Lyoness Child and Family Found and Lyoness Greenfinity Foundation from Buchs to Graz where Lyoness has been having its operative headquarters since its establishment in 2003. Critics consider these foundations and their unclear cash flows a questionable image instrument.