Zeitungsartikel in der Schweiz mit interessanter und fundierter Begründung zu einem erneuten Lyoness-Urteil! (english version herinafter)

Nicht das Urteil selbst steht hier im Mittelpunkt, sondern die Erkenntnisse und all die abgeschlossenen Verfahren gegen Lyoness sowie deren Nachfolgefirmen, die sich zunehmend in den internationalen Medien wiederfinden.

Lyoness hat sich seit jeher immer wieder selbst neu erfunden, sei es mit Abänderungen der Firmennamen oder unzähligen Firmenfusionierungen. Im Weiteren hat es Lyoness in der Umbenennung seiner Finanzprodukte nicht an Kreativität fehlen lassen.

Zwar wird nach wie vor das Schneeballsystem Lyoness vermeintlich verständlich und plausibel durch Lyconet-Marketer dem arglosen Interessenten verkauft, sobald dieser jedoch in die Materie investiert, sei es als „Sponsor“ oder unter anders wohlklingendem Namen, gibt es nur noch einen Gewinner . Lyoness!

Die treffendste Aussage zum Schneeballsystem Lyoness stellt das Urteil vom 4. Juni 2019 fest: „Der wirtschaftliche Endeffekt ist stets so, dass der Löwenanteil der einbezahlten Gelder bei Lyoness verbleibt und als Ertrag verbucht werden kann.“

Es ist nicht überraschend, dass Lyoness auch in diesem Fall in die dritte Instanz geht, gewonnen hat Lyoness noch keinen. Man spielt nur auf Zeit, denn spätestens, wenn Lyoness/Lyconet aufgefordert wird, doch zu beweisen, kein Schneeballsystem zu sein, muss das Lyoness-Krisenmanagement passen. Es ist ein Schneeballsystem und bereits vielfach rechtskräftig als solches verurteilt.

Nachstehend der Schweizer Zeitungsartikel:

https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/werdenberg/lyoness-geld-zuruckzahlen-ld.1157494

Lyoness mit Sitz in Buchs muss 13 200 Franken zurückzahlen.

Der Schriftzug verweist auf den Holdingsitz im ersten Stock der Bahnhofstrasse 22 in Buchs. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Schriftzug verweist auf den Holdingsitz im ersten Stock der Bahnhofstrasse 22 in Buchs. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die beiden Holding-Firmen Lyoness Europe AG und Lyoness International AG mit Sitz an der Bahnhofstrasse 22 in Buchs sind seit Jahren in den internationalen Schlagzeilen. Sie sind die Holdinggesellschaften für zahlreiche Ländergesellschaften der Lyoness-Gruppe – nach eigenen Aussagen die grösste Einkaufsgemeinschaft der Welt und in 47 Ländern tätig.

Jagd nach Rabatten für Einkäufe bei Partnerfirmen

Erstmals hat das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland eine Klage gegen ihre Tochterfirma Lyoness Suisse GmbH, ebenfalls mit Sitz in Buchs, gutgeheissen. Gemäss Entscheid des Gerichts muss diese dem Inhaber eines Solartechnikunternehmens die einst verkauften «Gutscheine für künftige Einkäufe» für 13200 Franken zurückzahlen. Denn wie am 28. Februar 2017 das Kantonsgericht Zug, kam auch das Kreisgericht zum Schluss, dass Lyoness ein illegales Schneeballsystem betreibt. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, denn wie Kreisrichter Hans Willi dem W&O sagte, zieht Lyoness den Fall ans Kantonsgericht weiter.

Zum Verständnis: Lyoness-Kunden erhalten bei Einkäufen bei Partnerfirmen mit der Lyonesskarte Rabatte gutgeschrieben – ähnlich wie etwa bei der Coop- oder Cumuluskarte. Wer aber zusätzlich neue Kunden anwirbt, erhält auch von deren Einkäufen und von jenen weiterer angeworbener Kunden usw. Rabatte gutgeschrieben.

 System ist nicht durchschaubar

Doch viel lässt sich so trotzdem nicht verdienen, denn es fehlt vor allem an grossen Partnerfirmen, welche diese Rabattkarte akzeptieren. Da ist es verlockend, dass man sich «Partnerschaften» oder «Pakete» kaufen kann und sich so in eine höhere Stufe der Vergütungspyramide hieven kann. Der Minimaleinsatz liegt dabei bei rund 3000 Franken und ist nach oben offen. Das Vergütungssystem ist allerdings selbst für Mathematikexperten nicht durchschaubar und die versprochenen horrenden Verdienste nicht realisierbar. Deshalb war und ist dieses Geschäftsmodell Gegenstand vieler Gerichtsverfahren in mehreren Ländern, wie der W&O bereits mehrfach berichtete.

«Einbezahlte Gelder behält die Firma»

Der Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland ist eines von zahlreichen Urteilen, das in den letzten Jahren gegen die beiden in Buchs ansässigen Holdinggesellschaften Lyoness Europa AG und Lyoness International AG gesprochen wurde. Denn inzwischen ist dieses Geschäftsmodell in Österreich, Italien, Norwegen und der Schweiz rechtskräftig als illegales Schneeballsystem verurteilt worden. In Italien wurde Lyoness dieses Jahr desswegen mit einer Busse von 3,2 Millionen Euro belegt. Diese Entscheide ermöglichen es nun vielen Geschädigten, ihre Anzahlungen zurückzufordern. Lyoness wurde inzwischen in zahlreichen Fällen in Österreich und in der Schweiz verurteilt, diese Einkaufssummen, Anzahlungen oder «Gutscheine für künftige Einkäufe» (im Erfinden neuer Begriffe für das immer selbe Produkt ist Lyoness bekannt) zurückzuzahlen. Und weitere Klagen laufen. Da nützt es dem «Rabatthändler» nicht viel, dass er die Namen seiner Rabattkarte zuerst auf Cashback Lyconet und dann auf Cashback MyWorld geändert hat.

Erhellend sind einzelne Begründungen des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland. So hält es im Entscheid vom 4. Juni 2019 fest: «Der wirtschaftliche Endeffekt ist stets so, dass der Löwenanteil der einbezahlten Gelder bei Lyoness verbleibt und als Ertrag verbucht werden kann.» Typisch für diese Finanzprodukte sei es, dass sie «weder vollständig noch teilweise bar zurückbezahlt werden.» Die mVoucher, so der heutige Name der «Gutscheine für künftige Einkäufe» dürfen nämlich nicht verkauft, sondern nur verschenkt werden und selbst dies nur an die Kunden eines Lyconet-Marketers.

Dazu kommt, dass mVoucher im Falle einer Beendigung der Teilnahme am «Cashback World Programm» (dies ein weiterer neuer Begriff für das Rabattkarten-System) entschädigungslos verfallen, wie der Wiener Ben Ecker festhält. Der Journalist hat sich auf undurchsichtige Geschäftsmodelle spezialisiert. Er verfolgt unter anderem die Machenschaften im Lyoness-Imperium seit Jahren kritisch und verbreitet seine Erkenntnisse im Internet. Inzwischen habe Lyoness/MyWorld ihre Anwerbe-Tätigkeit vermehrt in die sozialen Medien wie etwa Instagram verlegt. Dabei fokussiere man auf junge Erwachsene, die sich teilweise heillos verschulden, um sich «hinaufkaufen» zu können, schreibt Ben Ecker auf seiner Internetseite www.benecker.com.

Plätze tauschen an der Spitze

Zum Geschäftsmodell von Lyoness gehört auch, dass die Personen an der Spitze der verschiedenen Gesellschaften der Holding von Zeit zu Zeit ihre Plätze tauschen. Neuerdings ist gemäss Schweizerischem Handelsamtsblatt der Brite Christopher Thomas neuer Verwaltungsratspräsident der Lyoness Europe AG und ihrer Schwesterfirma Lyoness International AG. Dieses Jahr hat Lyoness zudem die beiden gemeinnützigen Gesellschaften Lyoness Child and Family Found und Lyoness Greenfinity Stiftung, beide bisher mit Sitz in Buchs, nach Graz verschoben, wo Lyoness seit der Gründung im Jahre 2003 seinen operativen Sitz hat. Kritiker sehen in diesen Stiftungen, deren Geldflüsse unklar seien, ein fragwürdiges Image-Instrument.

 

Swiss newspaper article with interesting and well-founded justification concerning a fresh judgement!

It is not the judgement itself that the article focuses on, but the findings and all the concluded proceedings against Lyoness and its successor companies that are increasingly being mentioned in the international media.

Lyoness has always reinvented itself, whether by changing the company names or through numerous company mergers. Also, at renaming its financial products, Lyoness was not lacking creativity.

Lyconet Marketers present the snowball system Lyoness to unsuspecting prospective customers as a presumed transparent and plausible system, but as soon as they invest in it – may it be as a “sponsor” or under another melodious name – there is only one winner left.

The most accurate statement concerning the snowball system Lyoness is noted in the judgement of 4 June 2019: “The final economical effect is always that the lion’s share of the money that was paid in remains with Lyoness and can be posted as income.”

It is no surprise that also in this case, Lyoness brought the case to the Court of Third Instance. So far, they have not won a case. They are playing for time but at the latest when Lyoness/Lyconet is being asked to prove that it is not a snowball system the Lyoness crisis management has to pass. It is a snowball system and has already been judged as such.

Hereinafter the Swiss newspaper article:

  • https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/werdenberg/lyoness-geld-zuruckzahlen-ld.1157494

(Translation of the press article)

Lyoness based in Buchs has to pay back 13,200 Francs

The County Court of Werdenberg-Sarganserland supports a plaintiff at first instance.

The two holding companies Lyoness Europe AG and Lyoness International AG based in Bahnhofstraße 22, Buchs have internationally been in the headlines for years. They are the holding companies for numerous national companies of the Lyoness group – according to themselves the world’s largest shopping community and active in 47 countries.

Hunting for discounts for purchases at partner companies

For the first time the County Court of Werdenberg-Sarganserland supported a complaint against the subsidiary company Lyoness Suisse GmbH, also based in Buchs. According to the judgement, Lyoness Suisse GmbH has to refund the “vouchers for future purchases” that an owner of a solar technology company had bought for 13,200 Francs. As well as the Canton Court of Zug on 28 February 2017 already did, the County Court concluded that Lyoness is operating an illegal snowball system.

For your understanding: For purchases from partner companies, discounts are credited to the Lyoness customers’ accounts – similar to the Coop Card or the Cumulus Card. Whoever further recruits new customers will also receive discounts for their purchases as well as for purchases of customers that are further recruited by them and so on.

System is not transparent

But not very much can be earned since there is a lack of large partner companies that accept the discount card. Therefore, it is tempting to by “partnerships” or “packages” in order to reach a higher level of the remuneration pyramid. The minimum investment lies at around 3,000 Francs and is open ended. Even for mathematical experts the remuneration system is not transparent, and the promised high earnings cannot be realised. Therefore, the business model was and still is a subject of many legal proceedings in several countries, as the W&O already reported multiple times.

“The money that is paid in stays with the company”

The decision of the County Court of Werdenberg-Sarganserland is one of numerous judgements against the two holding companies Lyoness Europe AG and Lyoness International AG that have been pronounced in the last years. Because by now, the business model has been classified as a snowball system in Austria, Italy, Norway and Switzerland with legally binding judgements. This year in Italy, Lyoness was sentenced to pay a charge of 3.2 million Euro. These decisions now make it possible for many injured parties to claim back their payments. In numerous cases in Austria and Switzerland, Lyoness has been sentenced to refund these purchasing sums, advance payments or “vouchers for future purchases” (Lyoness is known for inventing new names for always the same product). And further complaints are being proceeded. Nor does it change anything that the “discount dealer” has changed the name of the discount card to Cashback Lyconet and later on to Cashback MyWorld.

There are several individual justifications of the County Court of Werdenberg-Sarganserland that are very revealing. With the decision of 4 June 2019, it states: “The final economical effect is always that the lion’s share of the money that was paid in remains with Lyoness and can be posted as income”. It was typical for these financial products that they are “neither completely nor partly paid back in cash”. The mVouchers, so the current name of the “vouchers for future purchases” must not be sold but have to be given away and only to the customers of a Lyconet Marketer.

Additionally, in the case of a determination of the participation in the “Cashback World Programme” (this is another new name for the discount card system), mVouchers become invalid without any compensation, the Viennese Ben Ecker notes. The journalist has specialised in opaque business models. Amongst others, he has been critically monitoring the machinations of the Lyoness empire for years and has been spreading his findings on the internet. In the meanwhile, Lyoness/MyWorld had more and more transferred its recruiting activities to social media like Instagram. Thereby they were focusing on young adults of which some get hopelessly in debt in order to “buy in”, Ben Ecker writes on his website www.benecker.com.

Changing places at the top

The business model also includes that the people at the top of the holding companies change places from time to time. According to the Swiss Commercial Gazette, recently the British Cristopher Thomas is the new Chairman of Lyoness Europe AG and its sister company Lyoness International AG. This year, Lyoness moved its non-profit companies Lyoness Child and Family Found and Lyoness Greenfinity Foundation from Buchs to Graz where Lyoness has been having its operative headquarters since its establishment in 2003. Critics consider these foundations and their unclear cash flows a questionable image instrument.

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